Oft höre ich, dass Ernährungspädagogik zu trocken, zu belehrend vermittelt wird. Man könnte fast meinen, alles dreht sich um Tabellen und starre Regeln. Aber wer hat je erlebt, dass
jemand durch reine Fakten seine Haltung zum Essen ändert? Genau da setzt unser Ansatz an: Wir nennen ihn „health“, weil er ein Gleichgewicht schafft – zwischen klarer Theorie und
spürbarer, echter Praxis. Es geht um mehr als Wissensvermittlung; es geht darum, wie dieses Wissen im Alltag tatsächlich lebt. Und vielleicht ist das, was viele in klassischen
Fortbildungen vermissen: die Verbindung zur Realität, zum Menschen, zur eigenen Erfahrung mit Essen. Ich erinnere mich, wie eine Diätassistentin nach einem unserer Wochenenden
sagte: „Das hat mein Verständnis von Beratung völlig auf den Kopf gestellt.“ Sie meinte damit nicht, dass sie neue Fakten gelernt hat – sondern dass sie plötzlich anders zuhören,
fragen und wahrnehmen konnte. Und wer profitiert am meisten davon? Gerade diejenigen, die tagtäglich mit Menschen arbeiten, deren Essverhalten nicht aus Büchern stammt:
Diätassistenten, Ernährungsberater, Sozialpädagogen, Pflegekräfte. Auch Lehrer, die sich mit Schülern über Lebensmittel austauschen, erleben oft, dass traditionelle Methoden an der
Lebenswirklichkeit vorbei gehen. Genau hier ist unser „health“-Ansatz so anders – er fordert, dass man die eigene Haltung reflektiert, nicht nur Wissen weitergibt. Es ist fast, als
würde man durch eine neue Brille schauen: Plötzlich sieht man, warum der Jugendliche das Pausenbrot ablehnt, oder warum die ältere Dame immer wieder dieselben Fragen stellt. Wer in
diesen Berufen arbeitet, weiß, wie oft es nicht am Wissen, sondern an der Beziehung, der Sprache oder dem eigenen Rollenbild scheitert. Und ehrlich – wie oft hat man schon erlebt,
dass ein klassisches Ernährungsposter wirklich etwas verändert? Die Wahrheit ist: Viel zu selten. Manchmal frage ich mich selbst, warum wir so lange an traditionellen Methoden
festgehalten haben. Vielleicht weil sie Sicherheit bieten? Doch was bringt Sicherheit, wenn sie an der Lebensrealität vorbeigeht? In Gesprächen mit Kollegen höre ich oft: „Das ist
genau die Lücke, die ich immer gespürt habe.“ Es ist ein bisschen wie das Gefühl, wenn man nach Jahren plötzlich versteht, warum ein bestimmter Ansatz nie wirklich funktioniert hat.
Der „health“-Ansatz gibt nicht nur neue Impulse – er verankert sie im eigenen Denken. Und das bleibt.
Manchmal sitzt jemand in der Ecke und starrt auf das Flipchart, während die anderen noch über den Unterschied zwischen Makronährstoffen und Mikronährstoffen diskutieren. Und
plötzlich—es klickt. Da ist dieser Moment, wenn eine Studentin im Rollenspiel die Ernährungspyramide erklären soll und mitten im Satz innehält, weil sie merkt, dass sie doch noch
was durcheinanderbringt. Das passiert oft, eigentlich. Die kleinen Unsicherheiten machen es irgendwie echter. Einmal hat ein Kommilitone versucht, die Bedeutung von Ballaststoffen
anhand eines Supermarktbesuchs zu erklären. Hat nicht ganz geklappt, aber immerhin hat danach niemand mehr „Ballaststoffe“ mit „schlechten Kohlenhydraten“ verwechselt. Und die Sache
mit dem 24h-Recall—plötzlich merkt man, wie schwer es ist, ehrlich alles aufzuschreiben, was man gegessen hat. Klingt einfach, ist aber ein Klassiker für Selbstüberlistung.